KUNST AM BAU

Die Symbiose der Disziplinen

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

"Wollen, erdenken, erschaffen wir gemeinsam den neuen Bau der Zukunft, der alles in einer Gestalt sein wird: Architektur und Plastik und Malerei, ..."

Auszug aus Walter Gropius Bauhaus-Manifest, Flugblatt 1918

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Fritz Kuehn

Strukturfassade am Centrum-Warenhaus | Aluminiumblech

Der deutsche Fotograf, Bildhauer und Kunstschmied Fritz Kuehn wurde 1910 in Berlin als Sohn des Arthur Kuehn, ebenfalls Schmied geboren. Nach seiner Schulausbildung machte Kuehn ab 1924 zunaechst eine Ausbildung zum Werkzeugmacher und Kunstschmied. Gleichzeitig begann er zu fotografieren und erkannte in der Fotografie eine weitere Profession. Sein Vater eroeffnete 1926 eine eigene Schmiede. Er machte 1937 die Meisterpruefung zum Kunstschmied und eroeffnete eine eigene Werkstatt. 1942 wurde sein Sohn Achim geboren.

Mit - A-Teppich - 1947 veroeffentlichte er seine erste fotografische Arbeit, 10 Jahre Kunstschmiede Fritz Kuehn. Er brachte wiederholt in seinen fotografischen Werken seine Verbundenheit zum Werkstoff Eisen zum Ausdruck. Sein Werk fand schnell Internationale Anerkennung. Die DEFA drehte 1954 mit Kuehn einen Film mit dem Titel - Lebendiges Eisen - ueber dessen Werk. Im selben Jahr verlieh man ihm auch den Nationalpreis der DDR. 1964 wurde er durch das DDR-Ministerium fuer Kultur zum Professor ernannt. 1958 und 1966 war er mit bedeutenden Werken beteiligt an den Weltausstellungen in Bruessel und Montreal. 1966 entwirft er auch die Fassade fuer das Centrum-Warenhaus in Suhl, welche von seinem Sohn Achim Kuehn realisiert wird. Im Juli 1967 stirbt Fritz Kuehn an den Folgen einer Operation. Ihm wurde 1969 eine Gedenkausstellung in den Museen des Louvre gewidmet.

Sein Sohn Achim Kuehn, Kunstschmied und Architekt, uebernimmt mit seiner Ehefrau Helgard, (Goldschmiedin) die Atelier-Werkstatt, fuehrt die laufenden Auftraege weiter und entwickelt sein eigenes Euvre.



Fotos: Komische Oper/Berlin | Kreuzplastik/Hannover | Oper/Dortmund (Archiv Familie Kuehn)

weitere Informationen unter www.metalart.de oder www.fritz-kuehn-gesellschaft.de

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Waldo Doersch

Dianabrunnen und doppellaeufige Faechertreppe | Stahlbeton

Der Bildhauer und Architekt Waldo Doersch stammte aus Oberweida/Rhoen, wo er 1928 geboren wurde und auch bis zu seinem Tod im Januar 2012 lebte und arbeitete. 1948 ging er nach Weimar zum Studium (Architektur), nachdem er beim Vater eine Lehre als Holzschnitzer und Holzbildhauer gemacht hatte. Seit 1952 war er freiberuflich taetig, 1953 baute er sich in Oberweid ein Atelier. Es begann die Auseinandersetzung mit Architektur und architekturbezogener Kunst. 1958 zog Doersch nach Erfurt, uebernahm das Atelier von Rolf Diess und arbeitete mit ihm zusammen. Von 1960 an war er abwechselnd in Erfurt und Oberweid taetig, worauf 1963 die erste Einzelausstellung zur Eroeffnung der legendaeren Erfurter Ateliergemeinschaft folgte. Es entstanden viele architekturbezogene und Freiplastiken in Suhl u.a. der Diana-Brunnen und die Faechertreppe am Centrum-Warenhaus, in Erfurt der Angerbrunnen und zahlreiche weitere Werke in Berlin, Hamburg, Eisenach, ... . Zeichnungen entstanden parallel zu den plastischen Arbeiten, darunter seit Beginn der 90er Jahre wieder meist farbige. Er versuchte dabei immer wieder den Geheimnissen der Natur auf die Spur zu kommen.



powered by delujcious.de