INFORMATION

Ueber die Initiative SUHLERMODERNE

SUHLERMODERNE ist ein Zusammenschluss von Sachkundigen aus Architektur, Kunst, Denkmalschutz, Handel und Stadtentwicklung sowie Studenten der Bauhaus-Universitaet Weimar und Buergern der Stadt Suhl und der Region, die sich fuer den Erhalt des ehemaligen Centrum-Warenhauses in Suhl engagierten.

Nach langjaehrigem Leerstand des Kaufhauses ging es uns ausdruecklich nicht um die Verhinderung eines neuen Einkaufszentrums in der Suhler Innenstadt, sondern um das GEMEINSAME Erarbeiten einer fuer alle Beteiligten zufriedenstellenden Loesung, die fuer Suhl auch auf lange Sicht eine Bereicherung darstellt.

Deshalb engagierten wir uns fuer:

1. die Sensibilisierung einer breiten Oeffentlichkeit sowie der Verantwortlichen (Stadt, Investor) fuer den historischen und baukuenstlerischen Wert des Bauwerks sowie des gesamten Suhler Stadtensembles als herausragendes Zeugnis der Nachkriegsmoderne in der ehemaligen DDR und das damit verbundene Potential fuer neue Entwicklungen.

2. den Erhalt des ehemaligen Centrum-Warenhauses in seiner heutigen Kubatur und damit

3. fuer den Verzicht auf den Abriss der baugebundenen Kunst (Fassade von Fritz Kuehn und Faechertreppe von Waldo Doersch)

4. eine ernsthafte Pruefung von und die Suche nach Alternativen zum geplanten Parkhaus auf der Flaeche zwischen Kaufhaus und Herrenteich

5. die Entwicklung eines modernen Einkaufszentrums, welches die Erfordernisse einer funktionsfaehigen Innenstadt nicht ausblendet, sondern seine urbanen Qualitaeten fuer sich zu nutzen versteht.

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Hintergruende

Wir kritisieren die unsensible Herangehensweise an die Entwicklung des Objektes von Seiten der Stadt (ehem. OB Dr. Kummer) und des Investors (florana - Grundstuecksverwaltungs- und Immobilienverwertungs-KG). Wie wichtig den Suhlern ihr Centrum ist, zeigte sich in den ungewoehnlich zahlreichen Leserbriefen in der Lokalpresse und vor allem auch in den vielen Vorschlaegen, die an die eigens eingerichtete staedtische Arbeitsgruppe gerichtet wurden. Waehrend sich bei vergleichbaren Projekten die Vorschlaege auf die Handelsstruktur und andere oft oekonomische Gesichtspunkte beziehen, lagen hier die Interessen mehrheitlich auf Ueberlegungen, die Fassade und damit ein Stueck Identitaet Suhls zu bewahren und weiter zu entwickeln.

Ganz konkrete und konstruktive Gestaltungsvorschlaege, in erster Linie als Denkanstoss gedacht, wurden kaum beachtet. Eine ernsthafte Suche nach Alternativen fuer den Neubau eines Parkhauses und den Rueckbau zweier Geschosse hat es bisher nicht gegeben. Konstruktive und sachliche Kritik, wird als Verhinderungswille falsch verstanden.

Uns geht es jedoch nicht um eine Frontenbildung, sondern um das gemeinsame Erarbeiten einer fuer alle Beteiligten zufriedenstellenden Loesung, die fuer Suhl auch auf lange Sicht eine Bereicherung darstellt. Wir denken dabei, dass Suhl Potentiale hat, die es gilt fuer sich nutzbar zu machen. Im Herzen des Thueringer Waldes und vor dem Hintergrund der zugrunde gegangenen Grossindustrie bietet sich vor allem mit dem Tourismus ein Feld, welches Suhl weiter ausbauen koennte. Als groesste Stadt inmitten des Thueringer Waldes koennte Suhl die Hauptrolle spielen - als kulturelles Zentrum und Einkaufsstadt. Dazu braucht es jedoch neben der bereits vorhandenen Infrastruktur unter anderem starke Bilder. Ein solches Bild ist das idealtypisch moderne Suhler Zentrumsensemble - welches eine sensible Weiterentwicklung verdient und keine weiteren egoistischen, charakterlosen Gebaeudeansammlungen vertraegt. Die Stadt und ihre Struktur sind ein Organismus, den man versuchen muss, zu verstehen, will man ihn in Zukunft, auch vor dem Hintergrund der Schrumpfung, lebendig erhalten und weiter entwickeln.

Nach der Wende wurden vielerorts diese Aspekte vernachlaessigt. Handelsoekonomen werden zu Stadtentwicklern. Auch in Suhl zeigen sich Folgen dieser Politik in den Leerstaenden im CCS-Atrium und im Ansatz auch im Lauterbogencenter. Heute gilt es, stadtbildpraegende Bauten wie das Warenhaus in Suhl im Ensemble behutsam zu entwickeln und einer zeitgemaessen Nutzung zuzufuehren. Shopping-Center in der Innenstadt sind deshalb nicht allein nur Hochbauprojekte sondern staedtebauliche Aufgaben in Reinkultur. Was auf der gruenen Wiese funktioniert, hat fuer das Zentrum einer Stadt oft gravierende Auswirkungen.

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Selbst AKTIV werden, MITMACHEN, MITGESTALTEN

kontakt @ suhlermoderne . de

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